Deutschfreiburger Heimatkundeverein

Mundart als wesentliches Kulturgut

Mehrere Mundarten in Deutschfreiburg

Die Mundart ist häufig das prägende Kennzeichen und ein wesentlicher Teil des Kulturgutes einer Region. So drückt der höchstalemannische Sensler Dialekt, der Sprachrelikte aus dem Spätmittelalter aufweist, die Sensler Eigenheit am stärksten aus. Und welcher Jauner ist nicht stolz auf seinen Dialekt? Dies deutet an: Deutschfreiburg verfügt nicht über eine eigene, einzige und identitätsstiftende Mundart. In der Regel unterscheidet man Jaundeutsch, Senslerdeutsch, Gurmelsdeutsch, Murtenbieterdeutsch sowie Bolz, eine Mischsprache von Schweizerdeutsch und Französisch, die in der Freiburger Unterstadt verwurzelt ist.

Mundarten verändern sich

Mundarten widerspiegeln das tägliche Leben, sie leben selbst, wie die Sprache allgemein, sie verändern sich und entwickeln sich weiter. Deshalb sind oft im Sprachgebrauch Unterschiede zwischen den Generationen feststellbar. Und auch zwischen den Dörfern der gleichen Mundart lassen sich leicht Unterschiede ausmachen, so dass man etwa sogar von Sensler Mundarten – im Plural – sprechen kann. Ebensowenig ist die im Murtenbiet gesprochene Mundart einfach das Berndeutsche.

Verschiedene Publikationen des HKV

Der Deutschfreiburger Heimatkundeverein hat verschiedene Jahrespublikationen der Mundart gewidmet: “Meien ùs ùm Seiselann” (1966), “Choereeleni” (1976), “Häpere, Härdöpfu ù Härdöpfla” (1984/85) und Drùm – seislertütschi Gedicht (2005). Das Standardwerk Senslerdeutsches Wörterbuch, das sich mit den Mundarten des Sensebezirks (inklusive jenen der Stadt Freiburg und der Pfarrei Gurmels) befasst, kam 1999/2000 ebenfalls als Band (Nr. 65) der Deutschfreiburger Beiträge zur Heimatkunde heraus. Zudem hat der HKV immer wieder, insbesondere auch audiovisuelle Publikationen in Mundart mit Beiträgen unterstützt.

Jaundeutsches Wörterbuch in Arbeit

Mit Interesse beobachtet der HKV das Projekt für ein jaundeutsches Wörterbuch. Der gebürtige Jauner Leo Buchs plant ein solches für 2014; es soll rund 10’000 Begriffe enthalten.

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