Deutschfreiburger Heimatkundeverein

Schrifttum in Zeitungsfolianten und Kalendern

Freiburger Biblithek

„Es gibt zwar ein deutschfreiburgisches Schrifttum, aber es befindet sich zu einem grossen Teil in Zeitungsfolianten, Kalendern, Zeitschriften oder ist noch Manuskript.“ Mit dieser Feststellung begründeten Moritz Boschung und Anton Bertschy die Herausgabe der zwischen 1983 und 2005 herausgegebenen 12 Bände der Freiburger Bibliothek, einer Sammlung von Schriften aus dem 19. und 20. Jahrhundert zu Themen der Natur, des Brauchtums und der Sagenwelt sowie zur Sprache und zum literarischen Schaffen in Deutschfreiburg. Die Freiburger Bibliothek gibt einen Überblick von Autoren, deren Gedichte, Mundarttexte oder Abhandlungen über örtliche und regionale Gegebenheiten, der sonst nur schwer fassbar wäre. Die Herausgeber waren bei ihrer Auswahl auch darum besorgt, die verschiedenen Gebiete Deutschfreiburgs zu berücksichtigen (Sensebezirk, Seebezirk, Stadt Freiburg).

Sensler Schriftstellerei

Im Band 65 der Deutschfreiburger Beiträge zur Heimatkunde, Sensebezirk 1848–1998, die der HKV 1998 als Jahrespublikation 1998 herausgab, geht im Unterkapitel zur Sensler Literatur (S. 166–178) Anton Bertschy der Sensler Schriftstellerei auf die Spur und setzt dafür beim Priester Viktor Schwaller (1875-1958) und seinen Schriften in Mundart an und setzt den Akzent auf den in hochdeutscher Sprache schreibenden Romansautor Alfons Aeby (1885-1941), den Sagensammler Germann Kolly (1898-1980), die Volksschriftsteller und -dichter Meinrad Schaller (1909-2002) und Pirmin Mülhauser (1906-1975) und der Lehrer und Mundarterzähler Roland Mülhauser (* 1937). Zu den Sensler Autoren gehören ebenso de meistens mehr als kämpferischen Sprachpolitiker bekannte Arzt Peter Boschung (1912-2000; Autor von Mundartgedichten und -erzählungen sowie des Romans „Schlossersch Anni. As Seisler Frouwelääbe“) und der für Kulturvermittlung interessierte Essayist und Übersetzer Hans Grossrieder (1912-1990). Nach dem manchmal bissig schreibenden Dichter Franz Aebischer (1941–2008) finden von der folgenden Generation etwa Armin Schöni (* 1952) oder Peter Kopp Erwähnung, ebenso der Mundartdichter Hubert Schaller. Anton Bertschy (1929–2009) hat sich übrigens auch literarisch betätigt.

Stadt Freiburg

Aus der Stadt Freiburg könnte man die in Mundart schreibenden Unterstädter Sensler Herkunft Fränzi Kern-Egger (* 1946) und Alfons Jungo (1918–1991) erwähnen, mit Publikationen wie „Üsa Faanen isch as Drapùù“ u. a. für erstere, oder „Mys Rollimoos – Mys Seiselann“ und „Alergattigs ùs em Rollimoos“ für letzteren.

Seebezirk

Aus dem Seeebezirk nimmt der Wahlmurtner Walther Kauer (1935–1987), dessen Romane schweizweite Resonanz hatten, eine besondere Stellung ein. Ansonsten sind viele Mundartdichter und -erzähler oder niedergeschrieben Erinnerungen an frühere Zeiten zu finden. Nebst den in die Freiburger Bibliothek aufgenommenen Hans Lehmann (1906–1997) aus Büchslen, Gottlieb Schwarz (1887–1974) aus Kerzers sowie dem Murtner Schuldirektor und Archivforscher Ernst Flückiger (1890–1969) könnte man noch den Murtner Pfarrer Fritz Brechbühl (* 1919, verschiedene Berndeutsch-Geschichten) erwähnen. Als Vertreter neuer Tendenzen figurieren dann der mit verschiedenen Medien arbeitenden Beat Ramseyer (* 1946) sowie der aus Jeuss stammende Jürg Kilchherr (* 1965).

Junge Literatur: Historisches und Kriminelles

Die literarische Bearbeitung eines geschichtlichen Themas gab es 2008 mit dem Roman „Als die Nachtvögel kreisten“ von Christian Schmutz (* 1970) aus Tafers, der sich auf verschiedene Arten mit der Sensler Sprache und den Verhältnisse früher und heute in seiner Heimatregion auseinandersetzt. Eine weitere Bearbeitung eines geschichtlichen Themas gab es mit dem historischen Roman „Der Löwe von Burgund“ von Thomas Vaucher (* 1980). Als Autor von Kriminalromanen hat sich (nebenbei) der Freiburger Literaturwissenschaftler Edgar Marsch (* 1938) hervorgetan, und in dieser Gattung haben sich 2010 die in Muntelier lebenden Isabelle Gruber und Manuela Durand-Bourjate mit dem Kriminalroman „Murtensee“ hervorgetan. Insbesondere Gottéron-Fans haben es die Krimis von Pierre Paillasse (Pseudonym, ab 2009) angetan. David Bielmann (* 1984) erzählt in seinem Roman „Flucht eines Toten“ (2011) von einem Aussenseiter in Rechthalten.

Deutschfreiburger Beiträge zur Heimatkunde

Der Deutschfreiburger Heimatkundeverein hat von den erwähnten Autoren folgende Werke publiziert: Christian Schmutz, „Senslerdeutsches Wörterbuch“ (BzHK 65, 2000) sowie „Als Die Nachtvögel kreisten“ (BzHK 72, 2007); Hubert Schaller, „Drùm“ (BzHK 70, 2005), Anton Bertschy [mit Michel Roggo], „Das Senseland“ (BzHK 68, 2003); ferner kürzere Texte oder Auszüge von verschiedenen Autoren in den Bänden zu bestimmten Themen.

Liste der Mundartschriftsteller(innen)

Eine Liste der Mundartschriftsteller(innen) mitsamt den Mundartmusikern haben Pascale Schaller und Alexandra Schiesser geliefert: in der Broschüre „Freiburgerdeutsch“, Heft I der „Reihe Sprachen und Kulturen“, hrsg. durch die Schweiz. Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften, 2009, Seite 51–52:

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