Deutschfreiburger Heimatkundeverein

Impressionen aus den Veranstaltungen 2013/14

September 2014: GV in Kerzers

Franz-Sepp Stulz neuer Präsident

Der Deutschfreiburger Heimatkundeverein hat einen neuen Präsidenten: An der Generalversammlung vom 20. September 2014 haben die etwa 45 Teilnehmenden in der Seelandhalle von Kerzers Franz-Sepp Stulz (Foto 3) zum Nachfolger von Christian Meier (Fotos 1, 3, 8) gewählt, der nach fünf Jahren als Co-Präsident und Präsident zurückgetreten ist. Franz-Sepp Stulz, Jurist und früherer Abteilungsleiter im Bundesamt für Umwelt, ist seit Jahren Mitglied der Arbeitsgruppe “Natur und Landschaft” und seit einem Jahr Vorstandsmitglied. Neben Christian Meier scheidet auch Luzia Jutzet (Foto 3) aus dem Vorstand. Neu in den Vorstand, der für drei Jahre bestätigt wurde, ist der Historiker Bernhard Altermatt (Foto 5) getreten.
Neben dem offiziellen Teil der Veranstaltung gab es auch einen kulturellen: Nach einem Ständchen des Alphorntrios Silberbrünnen (Foto 8) aus Kerzers und einer Präsentation der Gemeinde durch Vizeammann Fredy Moser (Foto 9) konnten die Teilnehmenden zwischen drei Zielen wählen: Kirche/Burgstatt (Fotos 10 und 11, mit Ueli Johner), Schulgebäude und Stellwerk. Zum Abschluss gabs im Ofenhaus frisch gebackenen Kerzerser Salzkuchen “mit feissem Speck” (3 letzte Fotos).
Die Unterlagen zur GV finden sich in der entsprechenden Rubrik (“Dienstleistungen”).

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Juni 2014: Falli Hölli

20 Jahre danach

48 Personen folgten am Samstag, 14. Juni 2014 bei idealem Wetter mit Sonne und Wolken den fundierten und umfassenden Informationen von Geologe Hugo Raetzo und den von Autor Christian Schmutz sorgfältig ausgewählten Texten aus “Bachab”. Die Gruppe wanderte zu den ehemaligen Standorten von Ferienheim, Restaurant, Skilift, Chalets, erfuhr viele Zusammenhänge und Details, und manch Rätselhaftes oder Unbekanntes wurde nach 20 Jahren klarer.
Mit Bildern, Dokumenten und Plänen wurde der Ablauf im Jahre 1994 geschildert. Die Resultate der geologischen Untersuchungen mittels Bohrungen wurden präsentiert. Anhand der Datierung gefundener, fossiler Hölzer wurde belegt, dass der Hang am Schwyberg immer wieder abgerutscht ist. Aus den Ausführungen wurde auch klar, dass von Fachleuten längst vor Baubeginn im Falli Hölli auf die ungünstigen Eigenschaften des Flyschuntergrundes und die Rutschgefahr aufmerksam gemacht wurde. Aufgezeigt wurden aber auch die Gründe, warum damals trotzdem Bewilligungen erteilt und Bauten erstellt wurden.
Unter dem Steilhang wurde die Gruppe geteilt. Die “Sportlichen” erstiegen weglos den Hang und erfuhren an der oberen Abbruchkannte einiges über die Problematik des Wassers im Boden. Die andern wanderten Richtung ehemaliges Ludeli zurück zum Ausgangs- und Endpunkt beim, von der Gebäudeversicherung erstellten, “Denkmal” zurück. Dabei wurden sie begleitet von weiteren literarischen Texten von Christian Schmutz. Manch einer stellte fest, wie schnell sich die Natur ehemaliges Siedlungsgebiet nach dessen Räumung zurückerobert hat.

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Maimarkt 2014 in Kerzers

Präsenz im Seebezirk

Der Deutschfreiburger Heimatkundeverein hat 2014 das erste Mal am Maimarkt in Kerzers teilgenommen. Das Ziel des Marktauftritts waren das Informieren und Werben und das Gewinnen neuer Mitglieder.
Da es die ganze Nacht geregnet hatte, mussten die Tische zuerst getrocknet werden, bevor die mitgebrachten Sachen darauf ausgebreitet werden konnten. Bald aber war alles ins rechte Licht gerückt. Der HKV bot Jahrespublikationen aus vergangenen Vereinsjahren sowie Fotokarten zum Verkauf an.
Am Morgen waren die Marktbesucher dünn gesät, regnete es doch fast ununterbrochen. Doch diejenigen, die am HKV-Stand vorbeikamen, blieben stehen und bewunderten das gelungene Rollupdisplay mit den farbenstarken Landschaftsbildern (Bild 2). Dies erleichterte den Standbetreuern mit den Verweilenden ins Gespräch zu kommen und sie über den Verein zu informieren. Auch der Wettbewerb mit den zwölf Fragen zu Deutschfreiburg fand grossen Anklang.
Nachmittags drangen zeitweise ein paar Sonnenstrahlen durch. Reges Treiben setzte ein.
Für den HKV war dieser Auftritt ein weiterer Schritt in die Öffentlichkeit. Es hat sich zweifelsohne gelohnt, im Seebezirk für einen ganzen Tag präsent zu sein.

März 2014: ARA Sensetal

Eine Abwasserreinigungsanlage für 28 Gemeinden

Am Samstag, 22. März 2014 lud der Heimatkundeverein zur Besichtigung der Abwasserreinigungsanlage Laupen ein. Rund 20 interessierte Personen folgten der Einladung trotz des nasskalten Wetters.
Der Geschäftsführer Bernhard Hostettler begrüsste die Gruppe und stellte die ARA vor: Die Gründung im Jahre 1970 war beispielhaft für kantonsübergreifende Zusammenarbeit. Heute gehören 28 Gemeinden zum Einzugsgebiet der ARA Sensetal, 13 Berner und 15 Freiburger Gemeinden. Sie ist eine der grössten Abwasserreinigungsanlagen im Kanton Bern. Bei Trockenwetter werden pro Tag rund 25’000 m³ Abwasser von rund 90’000 Personen gereinigt. Das Verbandskanalnetz umfasst eine Länge von ca. 35 km.
Anschliessend führte Herr Stettler durch die Anlage. Vom Rechen über die verschiedenen Reinigungsbecken bis zur Gasproduktion aus dem Schlamm konnte alles besichtigt werden. Die kompetenten und anschaulichen Ausführungen von Herrn Stettler vermochten die Anwesenden trotz Kälte und Nässe zu fesseln.
Beim abschliessenden Apero sprach der Geschäftsführer über die Zukunft der ARA Laupen.

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Februar 2014: Bildungsstadt - Stadtbildung II

Einsicht in den Bildungscluster Miséricorde

Die Universität Freiburg feiert dieses Jahr ihr 125-jähriges Jubiläum. Der Deutschfreiburger Heimatkundeverein hat dies am 22. Februar 2014 zum Anlass genommen, den Bildungscluster Miséricorde in einer Veranstaltung zu thematisieren. Nach der Veranstaltung auf der Pérolles-Ebene von 2011 sollte der zweite zentrale Bildungspol – im Umfeld der Universität Miséricorde – unter die Lupe genommen werden. 30 Personen folgten der Einladung.
Nach einer kurzen Einführung von Vorstandsmitglied und Organisator Alexis Maeder (Bild 1) sprach Urs Altermatt (Bild 2, 5), Historiker, ehemaliger Professor für Zeitgeschichte und ehemaliger Rektor der Universität, zur Geschichte der Hochschule. Er wies insbesondere darauf hin, dass die Universität durchaus auch ein höheres Alter feiern könnte, wenn sie – wie andere Hochschulen – die Gründung der ersten höheren Schule heranziehen würde: den Beginn des Jesuitenkollegiums 1580/82. Er zeigte auch die Entwicklung von der katholischen zur zweisprachigen Universität auf.
Kunsthistoriker Christoph Allenspach (Bild 4, 7) führte in der Folge durch den einmaligen Bau aus den 1930er Jahren, der die Prinzipien der klassischen Moderne mit einer würdigen Monumentalität und einer neuen Materialität in einem Objekt vereint. Christoph Allenspach ist auch Autor einer Publikation zum Bauwerk, die in Kürze erscheinen wird.
Der Cluster um die Universität Miséricorde befindet sich im konstanten Wandel und der Stadtteil verändert sich laufend. Aktuell laufen die letzten Arbeiten am Erweiterungsbau des Kollegiums Gambach. Architekt Emile Aeby (Bild 11) zeigte den Teilnehmenden die neue Anlage.

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November 2013: Ein Sensler Heimatkundler

Moritz Boschung

Moritz Boschung (1945-2010) war nicht nur (Ehren-)Präsident des Deutschfreiburger Heimatkundevereins und Träger des Deutschfreiburger Kulturpreises (2002), sondern auch Ehrenmitglied der Freiburgischen Trachtenvereinigung, langjähriges Vorstandsmitglied des deutschen geschichtsforschenden Vereins des Kantons Freiburg, viele Jahre Sekretär und Kassier von “Theater in Freiburg” der Deutschfreiburgischen Arbeitsgemeinschaft, Sprachpolitiker (Verfassungsrat, Grosser Rat) und Initiator des Mundartjahres 1985, Mitglied und Präsident der Kantonalen Kommission für Orts- und Flurnamen, Mitglied der kantonalen Kulturgüterschutzkommission, Organisator von Jugendlagern (mit kulturgeschichtlichem Ansatz), Organisator mehrerer Wechselausstellungen im Sensler Museum, Natur- und Landschaftsschützer (u.a. Präsident der Interessengemeinschaft zum Schutz des Muschernschlundes), Mitherausgeber der Reihe “Freiburger Bibliothek”, Kalendermann (Redaktor des “Freiburger Volkskalenders”), (Mit-)Autor oder Schriftleiter verschiedener Publikationen zu Themen rund um Deutschfreiburg.
Nach der Herausgabe des Sammelbandes Eine Sensler Heimatkunde legte der Heimatkundeverein am 22. November – in Zusammenarbeit mit dem Verein “Wier Seisler” – eine Veranstaltung zum Wirken von Moritz Boschung durch. Durch den Abend führte Vorstandsmitglied Charles Folly. Nach einer Einleitung von Pascal Aebischer zum von ihm zusammengestellten Buch präsentierten vier ausgewiesene Kenner der Materie je einen Tätigkeitsbereich von Moritz Boschung: Beat Hayoz (Nachfolger als Heimatkundepräsident) sprach zur Heimatkunde, Marius Achermann (kantonaler Verantwortlicher für Natur- und Landschaft) zum Natur- und Landschaftsschutz, Anton Jungo (Nachfolger als Kalendermann) zum “Freiburger Volkskalender” und Christian Schmutz (als Mundartspezialist) zur Mundart. So erhielten die gegen vierzig Interessiert, die den Weg nach Tafers fanden, Einblick in das breite Wirken von Moritz Boschung – selbst wenn wichtige Themen wie Sprachenfrage/Zweisprachigkeit oder Kulturgüterschutz/Denkmalpflege nicht auch noch aufgegriffen wurden.

November 2013: Berufsfischerei

Berufsfischerei im Wistenlach

Veranstaltung vom 9. November 2013: 26 Mitglieder des Deutschfreiburger Heimatkundevereins finden sich in Guévaux am Murtensee beim Fischerhaus von Berufsfischer Pierre Schaer ein.
Zuerst spricht Pierre Schaer über den Fischereiberuf. Kantonale Gesetze, Fischereipatente, örtliche Bestimmungen und Abmachungen unter den Berufsfischern reglementieren die Arbeit und den Arbeitsverlauf. So dürfen zum Beispiel nur 25 Netze à 100 m Länge pro Fischer und Tag ausgelegt werden. Der Berufsfischer besitzt nur ein Berufsfischerpatent mit Gültigkeit an seinem Standort. Pro See stehen eine festgelegte Zahl Berufsfischerpatente zur Verfügung. Erst nach abgeschlossener Berufslehre und Weiterbildungskursen in Fischereiwissen können die Prüfungen in Theorie und Praxis für die Berufsfischerei abgelegt werden.
Im Fischerhaus in der Fischküche liegen verschiedene Fische auf einem Tisch, die Pierre Schaer am Vortag gefangen hat. Der Wels ist der grösste Fisch im Murtensee. Er ernährt sich von Karpfenfischen, kleinen Wasservögeln, Fröschen und Molchen. Die Brachse gehört zu den Weissfischen und erreicht eine stattliche Grösse von 45 cm Länge. Der Hecht ist ein Raubfisch und kann bis zu 1,50 m lang werden. Forelle, Felchen, Rotfeder, Rotauge, Barsch (= Egli) und Krebs runden die Auslage ab. Statistiken zeigen, dass die Fischbestände im Murtensee seit Jahren konstant sind. Dies ist auch dem Fischerverein zu verdanken, der sich mit der Aufzucht von Fischen (insbesondere Hecht) um die Balance kümmert. Sorgen bereitet den Fischern die wachsende Population der Kormorane. Diese grossen Wasservögel fühlen sich am Murtensee sehr wohl, verschlingen aber einige Tonnen Fisch pro Jahr.
Das Fischerboot liegt vertäut am Steg. Die Fischnetze lagern auswurfbereit in Kisten. Bei Dämmerung werden sie ausgelegt. In den Wintermonaten bleiben sie zwei Tage im Wasser. Morgens in der Früh werden sie eingezogen. Eine hydraulische Seilwinde erleichtert diese Arbeit. In der Fischküche werden die Fische mit der Kartoffelschäl-Maschine entschuppt und verkaufsfertig gemacht. Abnehmer sind Gastbetriebe und Privatpersonen.
Das Öl brodelt in der Fritteuse. Die gebackenen Felchen, begleitet von einem Glässchen Vully Weisswein, schmecken herrlich.
Ein interessanter und lehrreicher Nachmittag klingt aus. Wir danken Pierre Schaer herzlich für die Zeit, die er uns gewidmet hat.

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Oktober 2013: Baustelle Poya-Brücke

Dritter Besuch

Das grosse Interesse der Mitglieder des Heimatkundevereins hat die Arbeitsgruppe Veranstaltungen dazu bewogen, nach November 2012, März 2013 am 6. Oktober 2013 nochmals einen Besuch der Baustelle Poya durchzufüren. Wiederum hatten rund 100 Personen die Gelegenheit, sich über die neue Brücke, die bereits das Stadtbild Freiburgs prägt, informieren zu lassen.

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